Antiautoritäre Erziehung
Unter einer antiautoritären Erziehung versteht man einen Erziehungsstil, in welchem es in erster Linie darum geht, die Bedürfnisse des Kindes zu berücksichtigen. Die Erziehung des Kindes verläuft zwangsfrei, so das das Kind die Möglichkeit hat, sich und seine Persönlichkeit frei entfalten zu können. Die Kinder dürfen Entscheidungen in erster Linie selber treffen. Dadurch wird angenommen, dass das Kind zu einer selbstbewussten, kreativen Persönlichkeit heranwächst, die außerdem noch gemeinschafts- und konfliktfähig ist.
Durchgesetzt hat sich dieser Erziehungsstil in den 60er Jahren während der Studentenbewegung. Nachdem Kinder jahrelang autoritär erzogen worden sind, erkannte man, dass dies dazu führte, dass die Kinder und Jugendlichen dagegen rebellierten, aufmüpfig und aggressiv wurden. Die Kinder wurden zur absoluten Gehorsamkeit erzogen und es war kaum Platz für die Entfaltung und zur Bildung der Kreativität des Kindes.
Jedoch stellte man auch schnell fest, dass auch die antiautoritäre Erziehung nicht das Gelbe vom Ei war. Da den Kindern kaum Grenzen gesetzt wurden, förderte auch dies das aggressive Verhalten. Denn die Kinder brauchen es, ihre Grenzen auszutesten und suchen auch danach. Da es jedoch keine gibt, müssen sie sich soziale Verhaltensregeln teilweise selber erlernen. Das dies die Kinder überfordert, liegt auf der Hand. Dadurch steigt wieder rum der Frustpegel, was sich dann in Aggressionen umwandelt. Häufig konnten sich diese Kinder dann im späteren Leben der Gesellschaft nicht anpassen und wurden mangels Grenzensetzung unsicher, was richtig oder falsch ist.